Archiv der Kategorie: Pflanzenportraits

Die ersten Blüten 2017 – Helleborus niger

Keine Angst vor Eis und Schnee

Die einheimische Helleborus niger ist winterhart wie kaum eine andere Pflanze im Garten und erfreut und jedes Jahr ganz zeitig mit den ersten Blüten.

Nach den heftigen Schneefällen Ende Januar war nun heute beim Tauwetter die Helleborus in voller Blütenpracht in den letzten Schneeresten zu sehen.

Wir freuen uns schon auf den Frühling.

Tschüß Eichhornia crassipes

Da hat die EU mal wieder zugeschlagen und ihre Liste der invasiven Pflanzen erweitert.  Ganz sicher macht diese Liste Sinn, aber manches mal fragt man sich ob auch nicht innerhalb der Europäischen Union gerade bei gebietsabhängigen Lebensbereichen unterschieden werden muss. Nun wurde die Wasserhyazinthe schon im Jahre 2011 auf die A2-Liste gesetzt, aber eine Verallgemeinerung im europäischen Nord-Süd-Gefälle läßt sich damit nun überhaupt nicht begründen.

Es ist unumstritten das Eichhornia crassipes im Mittelmeerraum eine Gefahr für die heimische Flora darstellt, nördlich der Alpen fehlt ihr jedoch jegliche Lebensgrundlage auch nur einen Winter zu überstehen.

In unserer Region war die Wasserhyazinthe nicht nur wegen ihres bizarren Aussehens eine gern gesehene Saisonpflanze, ihr im Sommer sehr üppiges Wachstum hat so manchen Teil bei der Algenbekämpfung unterstützt.

Wir werden die nun der Verordnung entsprechend die Pflanze nicht mehr zum Verkauf anbieten, hoffen aber, das sich dies in den nächsten Jahre noch einmal ändern wird. So können wir nur sagen – Tschüß Eichhornia.

 

Blüten im Mai – 04.05.2014

Alljährlich im Herbst werden die Rosetten der Helonias bullata kontrolliert, zu diesem Zeitpunkt haben sie schon die Blütenknospen für das Folgejahr gebildet. Seit ein paar Tagen nun schieben sich die Blüten hoch über die flachen Rosetten empor, heute haben wir Stiellängen von 40 Zentimeter gemessen. Unsere Sumpfnelken stehen außerhalb des Teiches in einem separaten Moorbeet, in Gemeinschaft mit verschiedenen Knabenkräutern, Stedelwurz, Sumpfgladiole und Jochlilien.

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Was ist denn mit der Sumpfdotter los?

Manchmal sind auch Pflanzen eigenartige Wesen

Nachblüten im Herbst sind ja immer mal möglich, vor allem dann wenn man sich die Mühe gemacht und alle Samenstände entfernt hat. Dann hat die Pflanze reichlich Kraft um vor dem Winter noch einmal die ganze Schönheit zur Schau zu tragen.

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Caltha polypetala Mitte Dezember

Aber heute ist der 17. Dezember 2015!

Neu im Sortiment: Orchideentafeln von Samuel Sprunger

An diesem Buch ist, so kann man sagen, über 200 Jahre gearbeitet worden: Seit 1787 werden in Curtis´ Botanical Magazine Orchideen in meisterhaften kolorierten Stichen verewigt. Über 1000 finden sich im Buch wieder.
Ist das allein schon eine Sensation, dann noch mehr der Preis: 29,90!

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Der Band enthält sämtliche 1176 handkolorierte Orchideentafeln aus den Jahren 1787 bis 1948! Sie wurden in der ältesten botanischen Zeitschrift Curtis´ Botanical Magazine publiziert. Die Qualität, Seltenheit und Kostbarkeit dieser Tafeln haben sie für Generationen von Wissenschaftlern, Gärtnern und Liebhabern zu einer wichtigen Informationsquelle gemacht. Diese Sammlung zeigt dabei deutlich, dass für die Herstellung von wissenschaftlich exakten Darstellungen die Kunst des Zeichnens und Malens unübertroffen bleibt. Doch auch wenn manche der Bilder schon alt sind, die botanischen Namen entsprechen der modernen Taxonomie!

1176 Illustrationen der Extraklasse.
Verlag: Eugen Ulmer
Autor: Samuel Sprunger
Seiten: 525
Illustrationen: 1176 farb. Orchideen-Illustrationen
Auflage: 2004
ISBN 978-3-8001-4744-1

(Angaben und Bilder: Produktdatenbank Eugen-Ulmer-Verlag)

Das noch original eingeschweißte Exemplar erhalten Sie Versandkostenfrei!

Kalmus – Für Stickstoffreiche und auch belastete Gewässer

In deutschsprachigen Regionen wurde der Acorus calamus im 16ten bis 17ten Jahrhundert aus dem indischen Raum als Heilpflanze eingebürgert. Er ist in der Regel genügend winterhart, in Indien gibt es neben diesem auch noch andere Zweige.

Kalmus braucht eine Wassertiefe um 10 bis 20 cm und kann Trockenphasen überwinden, wenn die Wurzeln nicht austrocknen. Er benötigt Schatten bis Halbschatten sowie warmes Wasser. Weiterhin braucht Kalmus viel Stickstoff und kann deswegen auch verwendet werden, wenn Nährstoffüberschüsse im Wasser ausgeglichen werden sollen. Dabei ist Kalmus gegenüber belastetem Wasser nicht sehr empfindlich. In Indien oder wärmeren Regionen bildet diese Pflanzenart einen seitlich zum Stiel wachsenden Blütenstand aus. In kälteren Regionen wäre das untypisch. Im Bodengrund wächst jedoch das Rhizom und dadurch vermehrt sich der Kalmus dennoch. Er ist leicht zu halten und zu mehren. Die Pflanzen werden zwischen 60 bis 100 oder sogar bis 120 cm hoch. Er wächst dabei mit mehreren langen sowie schmalen Blättern aus dem Schafft, er prägt von der Wasseroberfläche bis zu den Blattspitzen ein sattes gesundes Grün aus.

Das ursprüngliche Interesse am Kalmus lag an den ätherischen Ölen und anderen enthaltenen Inhaltsstoffen, die für die Medizin oder auch als Nahrung verwendet werden können. Medizinisch kann Kalmus unter anderem als Räucherung, als Tee, Gewürz oder Badezusatz verwendet werden. Das aus dem Rhizom gewonnen Kalmusöl wird z.B. für Magenbitter eingesetzt. Es wirkt kräftigend und appetitanregend. Kalmus wird auch als „Deutscher Ingwer“ bezeichnet, da er diesen teils ersetzen kann. Wer die Wurzel kaut, stellt eine stimmungsaufhellende Wirkung fest, die bei höherer Dosis Halluzinationen auslösen kann. Der Kalmus soll sogar aphrodisierende Wirkungen haben. Das Rhizom wird im September oder Oktober geerntet.

Eine Pflanze, die medizinisch eingesetzt werden kann und deswegen erkannt und nach Europa gebracht wurde, erweckt auch heute noch das Interesse. Gerade die Möglichkeit einer halluzinogenen Wirkung könnte als bedenklich gelten. Aufgrund der medizinischen Verwendbarkeit wird Kalmus in Deutschland unter dem Apothekergesetz geführt: Man darf ihn verwenden und für sich selber anbauen und verarbeiten. Es darf jedoch kein Handel mit den Zubereitungen betrieben werden, dieser kann strafrechtlich geahndet werden. Man darf aber andere beschenken oder bewirten.

Das alles macht den Kalmus zu einer sehr interessanten Pflanze für die Flachwasserzone im Gartenteich. Die meisten Menschen werden um seine heilende Wirkungen jedoch nicht wissen und ihn übersehen. Er ist insgesamt nicht derart giftig wie andere frei wachsende Gewächse, dass man sich beim Probieren bereits in Gefahr bringt. Neben seiner medizinischen Bedeutung sieht der Kalmus einfach sehr gut aus, zieht Stickstoff aus dem Wasser und hält Wasserbelastungen stand. Auch ohne die Absicht einer medizinischen Verwendung ist der Acorus calamus eine sehr interessante Gartenteichpflanze, die vielen Tieren Deckung bieten wird. Solange es nicht zu sonnig wird, das Wasser dennoch warm ist und sich genügend Stickstoff im Wasser oder Bodengrund findet, wird der Kalmus sich in passender Wassertiefe leicht pflegen und mehren lassen. Er ist im Versandhandel während der Pflanzzeiten zu kleinen Preisen erhältlich.